Alle Jahre wieder: Fellwechsel beim Pferd – eine Hochleistung

Von Christien Luckwaldt

Im Frühling und Herbst vollbringen unsere Pferde eine wahre Hochleistung – den Fellwechsel. Um gut auf die kommende Jahreszeit vorbereitet zu sein, muss das Haarkleid angepasst werden, was den Stoffwechsel vor enorme Herausforderungen stellt und einen teils deutlichen Mehrbedarf an Energie und einzelnen Baustoffen wie Mineralstoffen, Aminosäuren und Vitaminen mit sich bringt.

Ausgelöst wird der Beginn des Fellwechsels durch die Länge der Tage und Nächte, auch Photoperiodismus genannt. Die Temperatur spielt nur eine untergeordnete Rolle. Sobald die Tage kürzer oder länger werden, beginnt der Körper mit dem Fellwechsel. Was zur Folge hat, dass die ersten Anzeichen des Fellwechsels schon im Januar und Juli beginnen.


Während die Länge der Tage und Nächste den Beginn des Fellwechsels bestimmt, sorgt die Umgebungstemperatur für ein entsprechend mehr oder weniger dichtes Fell. So bilden Pferde in wärmeren Regionen zwar auch ein Winterfell, das aber deutlich dünner ausgebildet wird als das von Pferden in kälteren Gebieten. Auch das Eindecken hat hier einen großen Einfluss und kann steuern, wie dicht sich ein Winterfell ausbildet.

Die zusätzliche Leistung des Körpers im Fellwechsel sollte nicht unterschätzt werden und daher ist es in dieser Zeit umso wichtiger, sein Pferd mit einem hochwertigen Mineralfutter zu unterstützen. Bei massiven Problemen im Fellwechsel stehen oft mehrere Probleme im Raum. Ein großes Problem, oft bei älteren Pferden, ist das Equine metabolische Syndrom. Der hierbei sowieso schon belastete Stoffwechsel kann die Anforderungen nach mehr Leistung nicht abdecken und bricht teilweise völlig zusammen. Aber auch Raufutter von schlechter Qualität, Impfungen, Wurmkuren, Antibiotika oder Stress können den Stoffwechsel so sehr beeinträchtigen, dass der Fellwechsel gestört ist.

Wichtig ist in dieser Zeit, das Pferd so gut es geht zu unterstützen. Ein gutes Mineralfutter sorgt dafür, dass alle notwendigen Baustoffe vorhanden sind. Da auch der Bedarf an Omega3-Fettsäuren im Fellwechsel ansteigt, ist eine Zufütterung von Leinöl sinnvoll. Auch die Leber als zentrales Stoffwechselorgan ist im Fellwechsel einer erhöhten Belastung ausgesetzt, sodass eine gezielte Unterstützung mit einer entsprechenden Kräutermischung (z.B. Mariendistel) angebracht ist. Denn eine gesunde Leber entlastet auch den Darm, dessen Funktionsfähigkeit für die Aufnahme der Mikrostoffe wichtig ist, die wiederum für den Fellwechsel gebraucht werden.

Und zu guter Letzt profitieren die Pferde vom gründlichen Putzen. Intensives putzen fördert die Durchblutung und damit sowohl das Abhaaren als auch die Bildung neuer Haare. Der Fellwechsel wird beschleunigt und das Abhaaren erleichtert. Zudem fördert es die Bindung zwischen Pferd und Mensch.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Fellwechsel dem Pferd und seinem Stoffwechsel eine enorme Leistung abverlangt. Gezielte Unterstützung mit dem Futter und gründliche Fellpflege tragen dazu bei, den Fellwechsel zu erleichtern und zu beschleunigen.


Pferdetherapie Luckwaldt

Beitrag teilen:
close

Oh, hallo 👋
Schön, dich zu treffen.

Trag dich ein, um regelmäßig tolle Informationen in deinen
Posteingang zu bekommen.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Anzeige
guardianhorse.de

Schreibe einen Kommentar

error: Content is protected !!

TAGESTIPP


TAGESTIPP