Leipzig: Top-Ergebnisse für deutsche Fahrerinnen
Anna Sandmann und Mareike Meier auf Platz vier und fünf im Weltcup
Beim Weltcup-Turnier in Leipzig standen nicht nur die Springreiter im Mittelpunkt, auch der Weltcup der Vierspänner machte dort Station und sorgte einmal mehr für Begeisterung und ordentlich Stimmung beim Publikum.
„Das haben unsere Fahrerinnen ganz toll gemacht“, lobte Bundestrainer Karl-Heinz Geiger die Leistungen von Anna Sandmann (Lähden) und Mareike Meier (Negernbötel) bei der letzten Qualifikation der Vierspänner für das Weltcup-Finale im Februar in Bordeaux in Frankreich. Anna Sandmann fuhr mit einer Nullrunde im ersten Parcours auf den vierten Platz (159,65 Sekunden), verpasste damit knapp den Einzug ins Stechen. „Meine Pferde und meine Ergebnisse sind im Laufe der Saison immer besser geworden, das war eine sehr gute erste Weltcup-Saison“, lautet ihr Fazit von ihrer Premiere in der Hallen-Saison. Mareike Meier musste zwei Abwürfe hinnehmen, war aber ebenfalls schnell unterwegs und belegte den fünften Rang.
Sieger in dieser hochklassig besetzten Prüfung wurde der Belgier Dries Degrieck, der als einziger Teilnehmer auch im Stechen ohne Abwurf blieb und nach 148,37 Sekunden ins Ziel fuhr. „Ich bin zum dritten Mal in Leipzig, dies ist ein tolles Turnier. Das war ein richtig enges Rennen heute und meine Pferde waren klasse, ich bin stolz auf sie.“
Etwas schneller, aber mit einem Abwurf belastet wurde Bram Chardon Zweiter (150,68). Der Niederländer hat ebenfalls eine erfolgreiche Weltcup-Saison hinter sich, er ist sicher qualifiziert für das Finale. „Dies war heute ein sehr schneller Parcours. Man musste vom Start an Vollgas geben, durfte sich keine Verzögerung leisten. Meine Pferde waren richtig, richtig schnell, jetzt muss ich nur noch ohne Abwurf fahren“, fügte er augenzwinkernd hinzu.
Auf einem für ihn ungewohnten dritten Platz reihte sich der Australier Boyd Exell ein, der mehrfache Weltcup-Sieger und Weltmeister. Der Titelverteidiger hatte seine Teilnahme am Finale ohnehin sicher, fuhr in Leipzig mit einer Wildcard. Auch er war voll des Lobes über den Veranstaltungsort Leipzig: „Neben Stuttgart ist Leipzig hier eine der besten Fahrveranstaltungen der Welt. Der Parcours war schnell, fair und pferdefreundlich“, lobte der siebenmalige Weltmeister den Parcoursbauer Jeroen Houtermann aus den Niederlanden, obwohl er 22 Strafsekunden auf seinem Konto hatte. „Ich bin erst am Mittwoch aus Australien zurückgekommen, die Vorbereitung war also nicht optimal. Außerdem habe ich mit Maverick vorn ein neues Pferd eingespannt, er ist erst seit kurz vor Weihnachten bei mir im Stall. Maverick hat seine Sache sehr, sehr gut gemacht“, sagte er.
Christoph Sandmann (Lähden) musste seinen Start in Leipzig kurzfristig absagen, er hatte sich kurz vor der Abreise verletzt. Sein Punktekonto, das er bis dahin angelegt hatte, reicht jedoch für einen Startplatz beim Finale in Bordeaux aus, er wird dort die deutschen Farben vertreten. Die besten sechs Fahrer der Hallen-Saison 2025/2026 haben sich für das Finale vom 7. bis 8. Februar in Frankreich qualifiziert. Mit dabei ist auch Jérôme Voutaz, der Schweizer wird mit seinen schnellen Freibergern ein Wörtchen mitreden.
War der Kampf um den Titel des Weltcup Siegers in den vergangenen Jahren häufig ein Zweikampf zwischen Boyd Exell und Bram Chardon (Exell gewann sieben Mal, Chardon zwei Mal), wird in diesem Jahr spätestens nach seinem überzeugenden Sieg in Leipzig der Belgier Dries Degrieck ein ernsthafter Konkurrent sein. (fn-press/Christine Meyer zu Hartum)


