Richtiges Antrainieren nach der Winterpause – Tipps aus der Praxis
Von Christien Luckwaldt
Nach der Winterpause sind viele Pferde noch nicht optimal auf die Belastungen der bevorstehenden Saison vorbereitet. Viele Reiter konnten Ihre Pferde wetterbedingt nicht so auslasten und trainieren, wie sie es sich gewünscht hätten. Jetzt ist ein behutsamer Wiedereinstieg entscheidend, um Verletzungen zu vermeiden und den Bewegungsapparat deines Pferdes nachhaltig aufzubauen.
1. Langsamer Aufbau von Muskulatur und Kondition
Starte mit kurzen, leichten Einheiten, die dein Pferd nicht überfordern. Spaziergänge an der Hand, leichte Arbeit im Schritt, kontrolliertes Traben und viele Übergänge sind ideal, um Muskeln, Sehnen und Bänder nach der Pause wieder aufzubauen. Steigere Intensität und Dauer nur langsam und achte genau auf die Reaktionen deines Pferdes. Auf einen Tag mit intensivem Training sollte immer ein Tag mit lockerem Programm folgen, damit Muskeln, Sehnen und Bänder Zeit haben sich an die höheren Anforderungen zu gewöhnen.
2. Gelenke und Sehnen schützen
Besonders die Gelenke, Sehnen und Bänder brauchen jetzt besondere Aufmerksamkeit. Vermeide sofortiges Arbeiten in hoher Intensität oder zu häufiges springen. Achte auch auf die Bodenverhältnisse – rutschige oder unebene Böden können schnell zu Überlastungen führen. Achte immer auf ein ausreichendes Aufwärmprogramm und führe dein Pferd nach dem Training so lange im Schritt bis es nicht mehr schwitzt. Dehn- und Lockerungsübungen vor und nach dem Training helfen, die Elastizität zu erhalten bzw. zu fördern.
3. Equipment-Check
Überprüfe Sattel, Trense und weiteres Equipment. Ein gut sitzender Sattel ist jetzt besonders wichtig, damit sich die Muskulatur gleichmäßig entwickeln kann. Schon kleine Passformfehler können sonst die Muskulatur einseitig belasten und unangenehme Verspannungen auslösen.

4. Osteopathische und physiotherapeutische Kontrolle
Bevor du wieder richtig einsteigst, lohnt sich ein Check bei einer Pferdeosteopathin oder Physiotherapeutin. So erkennst du Blockaden, Verspannungen oder frühe Anzeichen von Gelenkproblemen. Regelmäßige Kontrollen schützen dein Pferd und unterstützen einen gesunden Leistungsaufbau. Empfehlenswert ist ein halbjährlicher Turnus für physiotherapeutische Check-Ups, dann haben viele Probleme gar nicht erst die Möglichkeit sich festzusetzen.
5. Fütterung als Trainingsunterstützung
Auch die Ernährung kann den Wiedereinstieg nach der Winterpause unterstützen. Eine ausgewogene Versorgung mit Proteinen, Mineralstoffen und Vitaminen hilft beim Muskelaufbau und fördert die Sehnen- und Gelenkgesundheit. Ergänzungen wie Omega-3-Fettsäuren oder Gelenkbausteine können sinnvoll sein – am besten nach individueller Beratung durch einen Futterexperten!
6. Weitere Tipps für den gelungenen Wiedereinstieg
- Plane ausreichend Pausen zwischen den Einheiten ein.
- Beobachte dein Pferd genau – Müdigkeit oder Unwohlsein ernst nehmen.
- Variiere die Arbeit, um einzelne Muskelgruppen nicht zu überlasten.
- Unterstütze die Muskulatur zusätzlich durch Bodenarbeit oder Longieren.
Mit einem gut durchdachten Wiedereinstieg schützt du den Bewegungsapparat deines Pferdes und sorgst dafür, dass es gesund, leistungsfähig und motiviert in die neue Saison startet.



