Umfrage zur Olympischen Charta

Sehr differenziertes Stimmungsbild der Athletinnen und Athleten 

Frankfurt – Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um politische Demonstrationen im Weltsport hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bei den Athletinnen und Athleten des Team Deutschland ein allgemeines Stimmungsbild rund um die Thematik der Regel 50.2 der Olympischen Charta eingeholt. „Wir wollten allen betroffenen Athletinnen und Athleten die Möglichkeit geben, sich auch zu diesem Thema persönlich zu äußern, nachdem wir bereits im März im offenen und sehr wertvollen Austausch mit dem Team D zum Thema der Verschiebung der Olympischen Spiele waren“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. „Uns geht es darum, die Athletinnen und Athleten in alle wichtigen Themen aktiv einzubeziehen, um ihre Wünsche und Bedürfnisse auch über das rein Sportliche hinaus noch besser berücksichtigen zu können.“

Nach den Richtlinien der Regel 50.2 der Olympischen Charta ist die freie Meinungsäußerung bei Pressekonferenzen, in Mannschaftssitzungen, in Interviews oder über die eigenen sozialen Kanäle der Athletinnen und Athleten während Olympischer Spiele jederzeit möglich; nicht erlaubt sind Proteste oder Solidaritätsbekundungen derzeit an Sportstätten, auf dem Podium oder bei offiziellen Zeremonien.

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Das sehr differenzierte Stimmungsbild zeigt, dass rund die Hälfte der antwortenden deutschen Sportler sich noch nicht ausreichend über die Regel 50.2 der Olympischen Charta informiert fühlt und sich mehr Informationen dazu wünscht. Hierzu zählt beispielweise der Wunsch nach einer deutlicheren Aufklärung sowie einer nachvollziehbaren Auflistung von Möglichkeiten der Meinungsäußerung, um künftig mehr Handlungssicherheit für die Athlet*innen zu schaffen. Der DOSB sieht dies als Auftrag an, die Athletinnen und Athleten künftig auch in diesem Thema noch intensiver zu informieren.

Bei der Umfrage hat sich zudem herausgestellt, dass das Thema der Meinungsäußerung für rund 90 Prozent der teilnehmenden Athletinnen und Athleten eine wichtige Bedeutung hat, gut ein Drittel ihre privaten Ansichten allerdings bewusst nicht öffentlich zum Ausdruck bringt. Wenn Athletinnen und Athleten ihre Meinung äußern, dann vor allem durch Beiträge in den sozialen Medien (24%) und in Interviews (22%). Mit der geltenden Regelung zur Meinungsäußerung während der Olympischen bzw. Paralympischen Spiele sind mehr als die Hälfte der befragten Athletinnen und Athleten (54%) einverstanden. Auf der anderen Seite ist die Mehrheit der Befragten (58%) jedoch auch der Meinung, dass Athletinnen und Athleten künftig die Möglichkeit haben sollten, ihre Ansichten zu Politik, Religion, Sexualität, Rassismus, Geschlecht, Diskriminierung oder anderen Themen noch besser und breiter deutlich machen zu können. Eine knappe Mehrheit der Athletinnen und Athleten (53%) spricht sich deshalb für eine weitere Lockerung der Regel 50.2 aus.

Vier von fünf Befragten geben an, kein konkretes Anliegen zu haben, das sie so stark bewegt, dass sie sich öffentlich dafür einsetzen möchten. Gleichzeitig würde sich weniger als ein Viertel der Befragten gestört fühlen, wenn andere Athlet*innen ihre Anliegen in den Wettkampfstätten vertreten würden.

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