22. Februar 2024
Veranstaltungen

Wandel im internationalen Turniersport und unsichere Zeiten

Der CLASSICO will ein Jahr pausieren ­
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­Nach 20 erfolgreichen Turnierauflagen lassen die Umstände im März 2024 kein Turnier zu.

Axel Milkau: „Ich bin es gewohnt, Risiken zu trotzen und auf die üblichen Herausforderungen einer Großveranstaltung innovativ zu antworten. Allerdings waren die Jahre seit Corona schon besonders. Unser diesjähriges 20. Jubiläumsturnier hat uns mental mehr als sonst gefordert. Die finale Absicherung des Events ist uns erst eine Woche vor Turnierstart gelungen. Wir hatten Altlasten aus den zwei Coronaabsagen im Gepäck und mussten zudem die Neuauflage absichern. Insgesamt ein Volumen von mehr als 1,8 Mio. Euro. Umso glücklicher bin ich, dass wir das mit unserem Team und unseren verlässlichen Partnern betriebswirtschaftlich dann doch noch gesund abwickeln konnten.

Mittlerweile haben sich die Zeiten weiterhin geändert und die allgemeinen Unsicherheiten haben auch aufgrund der weltpolitischen Lage deutlich zugenommen. Die Kosten sind stark gestiegen. Der betriebswirtschaftliche Aspekt stellt ein hohes Risiko dar.

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Dazu kommt, dass der internationale Pferdesport sich zurzeit in atemberaubender Geschwindigkeit wandelt. Das ist eine Entwicklung, der man sich als Veranstalter stellen muss. Wenn wir ein Turnier auflegen, dann möchten wir höchste Qualität garantieren. Im Moment scheint es, als würde unser bisheriges und erfolgreiches Sportkonzept nicht mehr zukunftsfähig sein. Unsere wirtschaftlichen Partner erwarten von uns einen Spannungsbogen über alle Turniertage. Dazu benötigen wir ein Sportkonzept, mit dem sich der Sport selbst inszenieren kann und das von der internationalen Pferdeszene mitgetragen wird.

Nach reiflicher Überlegung und unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und sportlichen Faktoren ist das Risiko, 2024 an den Start zu gehen, zu groß. Wir möchten uns nun auf 2025 konzentrieren, um dann nach einem Jahr Pause wieder gestärkt zurückzukommen. Der CLASSICO war immer besonders und soll es auch bleiben. Einfach nur ein Turnier zu veranstalten, ist keine Option.“

Das ist sicherlich eine überraschende wie auch traurige Entwicklung. Sind es doch diese Großevents, die für eine Stadt Strahlkraft und für die Menschen der Region einen besonderen Glanzpunkt bedeuten.
Dazu Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum: „Auch für uns kommt diese Entscheidung nach der fantastischen Jubiläumsauflage im März dieses Jahres überraschend. Der Classico zeigt nicht nur die Breite der in der Sportstadt Braunschweig beheimateten Sportarten auf internationalem Niveau, sondern bedeutet für unsere Stadt natürlich auch Wirtschaftskraft. Aber wir respektieren die Entscheidung und haben in gemeinsamen Gesprächen mit den Veranstaltern die Perspektiven des Classico erörtert. Sein Fortbestehen liegt uns am Herzen. Die Stadtverwaltung wird wie in den vergangenen Jahren auch künftig die Veranstaltungen nach Kräften unterstützen.“

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